Plastische und Räumliche Darstellung für Architekten

Archiv

Häusliche Inszenierung

Story und Skurrilitäten

Seminar: Tabea Däuwel

Der unsichtbare Mitspieler, der stumme Pianist, das Oberservationsgeschoss und die geheimen Hinterzimmer sind Verdichtungen, die die rein architektonische Ebene verlassen, die imaginären Eigenschaften des Casino-Hotels aufgreifen und zusätzliche ambivalente Ebenen schaffen.

 

Durch das Observationsgeschoss wird das Thema der Blicke um eine zusätzliche Komponente erweitert. Neben dem gegenseitigen „Sehen und gesehen werden“ der Besucher werden diese außerdem aus dem Verborgenen überwacht. Die Existenz des Observationsgeschosses wird nur durch jeweils ein Fenster in den Haupträumen des Casinos bemerkbar.

Der stumme Pianist spielt unhörbar hinter einer dicken Glasscheibe. Akustische und visuelle Eindrücke werden getrennt. Die Zusammenhänge werden für den Besucher erst zeitlich versetzt am einzigen Punkt, an dem die Räume des Casinos eine Sackgasse bilden, klar: hier trifft der Besucher in einer Piano-Bar wieder auf den Pianisten.

In den Hotelgeschossen zieht sich das Casino in Form eines Systems von geheimen Hinterzimmern durch das Gebäude. Bandwurmartig wird dafür die Struktur der Hotelzimmer genutzt. In jedem Geschoss wird der Flur durch die unterschiedlichen Einwüchse dieser Pokerzimmer dominiert. Zugang wird jedoch nur Eingeweihten mit Passwort gewährt.

 

In den Hotelzimmern schließt sich der Kreis zwischen Casino und Hotel. Mit dem großen Bildschirm, der mit dem Ausblick des Zimmers (also der Realität) konkurriert, kann sich der Hotelbewohner durch die Haupträume des Casinos zappen und sich als unsichtbarer Mitspieler am Roulettetisch einklinken.

Impressum